17. September 2035, Hanstholm (Dänemark)

Position: 57°42’N, 08°15’E
Datum: 17. September 2035
Wetter: 10°C, Wind NO 6 Bft, Regen, Sicht 3 sm
Schiffsstatus: Unterwegs, erste Netze ausgeworfen
Crew: Gabriel (Navigation), Bengt (Ruder), Daniel (Netze), Pedro (Sortieren), Horst (Maschinen)
Fang:


Eintrag:

Erster Tag auf See, und die Marianne läuft wie ein altes Uhrwerk – langsam, aber zuverlässig. Wir sind seit 14 Stunden unterwegs, haben Hanstholm mit einem letzten Blick auf die Mole verlassen und steuern jetzt stetig nordöstlich. Noch sind wir nicht im Fanggebiet. Noch ist alles möglich.

Bullauge, Nordsee, Wellen Eissturmvögel.
Hochseekutter "Marianne" pflügt durch die Wellen der Nordsee.

Die Jungs haben sich die Zeit vertrieben wie immer: Daniel und Pedro spielten in der Messe „Skat“ – bis Horst reinpolterte und behauptete, sie würden die Regeln falsch anwenden. „Ihr spielt das wie Touristen!“ Er hat die Karten eingesammelt und eine Runde „Knack“ vorgeschlagen, „damit ihr wenigstens was lernt“. Bengt hat nur die Augen gerollt, aber am Ende saß auch er mit am Tisch. „Einmal“, brummte er, „aber ich spiele nicht um Geld. Nur um Respekt.“ Daniel grinste: „Dann verlierst du gleich doppelt, Chef.“

Später gab’s einen Filmabend – „Der alte Mann und das Meer“ auf Daniels Tablet, weil Pedro meinte, „das sei jetzt passend“. Horst hat nach fünf Minuten geschnarcht, und Bengt hat nur gesagt: „Der Typ hatte wenigstens noch Fische. Wir haben nur noch…“ Er hat den Satz nicht beendet. Stattdessen hat er die Dieselstände geprüft. „Wir kommen hin“, murmelte er. „Und zurück.“

Daniel, unser junger Spund, träumt laut davon, was wir diesmal fangen könnten. „Vielleicht ein paar Kisten Schollen. Vielleicht sogar einen Kabeljau – so einen richtigen, nicht diese Hungerdinger von letztem Jahr.“ Pedro hat ihm eine Dose „Labskaus“ hingeschoben. „Iss erstmal was Ordentliches, Junge. Träume machen keinen Fisch fett.“ Aber er hat es freundlich gesagt.

Ich hab die Seekarte studiert. Morgen Abend sollten wir die ersten Netze ausbringen können, wenn das Wetter hält. Die Frage ist nicht, ob wir was fangen – sondern wie viel. Und ob es reicht.

Aber heute Abend? Heute Abend sind wir einfach nur auf See. Und das ist immer noch besser, als an Land zu sitzen und zu warten.

Gabriel

Auch der Steuermann muss im Hafen mit anpacken: Die Netze werden vor der Fangfahrt fit gemacht.

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